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20. Oktober 2021Schmetterling Admiral

Vor ein paar Tagen hatte ich auf meinem 
Balkon auf dem Fußboden einen Schmetterling entdeckt. Er hatte seine Flügel zusammen gefaltet und bewegte sich nicht. Ich ließ ihn dort sitzen; dachte er ruht sich nur aus. Die nächsten zwei Tage saß er dort immer noch.
Ich berührte vorsichtig die Flügel. Da klapperte er ein paar mal mit den Flügeln. Es ist ein 'Admiral' erkannte ich und ließ ihn in Ruhe, in der Hoffnung, dass er doch noch fliegen konnte. Aber am folgenden Tag hockte er immer noch da. Ich sah, dass ihm zwei seiner Beinchen abgebrochen waren. Bei Berührung flatterte er wieder mit seinen Flügeln. Aber er konnte nicht wegfliegen. Im Internet suchte ich dann danach, wie man Insekten töten und präparieren kann. Also, man sollte das Insekt in einer Schachtel für 24 Stunden einfrieren.
So habe ich den Schmetterling in eine Schachter gelegt und eingefroren. 
Am nächsten Tag nahm ich die Schachtel raus, berührte die Flügel, aber er flatterte nicht mehr. Ich habe ihn abgetaut und anschließend trocknen lassen. Jetzt hat der Admiral ein schönes Plätzchen in meiner Wohnung bekommen. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn ansehe.
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15. Juli 2021

Dieses Jahr war ich für ein paar Tage auf Usedom in Ahlbeck. An einem schönen Sonnentag ging ich zum Strand. Taube stiehlt meine Bockwurst © Gundula LendtVon meiner Ferienwohnung gehe ich nur 5 Minuten dorthin.

An der Imbiss-Stube kaufte ich mir eine Portion Kartoffelsalat, eine Bockwurst und eine Cola; setzte mich unter einen großen Baldachin und begann zu essen.
Plötzlich landete eine große, schwere Möve auf meinem Strohhut. Ich verhielt mich sehr ruhig und bat eine Dame am Nebentisch mich mit meinem Handy zu fotografieren, was sie auch gerne sofort umsetzte.
Alle Menschen in der Nähe schmunzelten.
Die Möve hatte auf meinem Teller die Bockwurst entdeckt, stahl mir die Hälfte der Wurst und flog weg.
Oh, dachte ich, wie nett, dass sie mir eine Hälfte auf dem Teller liegen ließ.
Plötzlich kam die Möve wieder und schnappte sich den Rest der Wurst.
Naja, ich hatte wenigstens noch den Kartoffelsalat.



24. Mai 2014

Die Vogeltränke in meinem Schrebergarten wird mitunter - wahrscheinlich von einem Raben - dazu genutzt, Essens-Reste einzuweichen oder zu säubern, um sie dann zu verspeisen.
Bisher habe ich den Täter noch nicht mit der Kamera erwischen können. Er freut sich anscheinend darüber, dass die Tränke von mir gesäubert wird und immer mit frischem Wasser gefüllt wird.
Knochenreste in der Vogeltränke
Ab und zu liegen sauber abgenagte Knochen in der Tränke und mitunter Brotreste. Einmal
lag sogar ein gekochtes Ei drin, von dem nur das Eigelb vernascht worden ist.
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26. Januar 2014

Bisher war dieser Winter sehr milde. Gestern fing es an zu schneien und heute früh bei -3 Grad rieseln die Schneeflocken, wie man es sich Weihnachten gewünscht hätte.
Spazierengehen im Göttinger Wald ist jetzt besonders reizvoll und entspannend, das Knirschen des Schnees zu hören, die Winterluft einzuatmen, Tierspuren zu lesen, auf dem Rückweg am Kehr Glühwein trinken ...


Winter in Göttingen - Kaninchenspuren



27. Juli 2013

Seit einigen Tagen ist es sehr heiß, mitunter schwül und ab und zu brauen sich Gewitter zusammen. Heute am frühen Morgen ging ich auf meinen Balkon. Die Sonne schien, dichter Nebel lag über dem Leinekanal, dahinter waren im leichten Dunst die Berge des Sollings zu erkennen. Ca. 35 Grad sollen es heute noch werden.

Also, in der Wohnung bleiben, schön Siesta halten und erst abends was unternehmen ...


Nebel über dem Leinekanal
Nebel über dem Leinekanal


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3. Juni 2013

Der Spätwinter ist endlich vorbei. Die Sonne wärmt und ich kann endlich in meinem Schrebergarten Unkraut ziehen und den Rasen mähen. Die Pflanzen sind noch nicht so weit entwickelt wie im letzten Jahr um diese Zeit. Die Tomaten sehen mickrig aus, durch den ständigen Regen und die niedrigen Temperaturen sind die Blätter teilweise verfault und abgefallen.

Einzig der türkische Mohn, dessen Blüten sich öffnen lässt hoffen ...
Mohnblume
Mohnblume



14. Mai 2012

Ende März übernahm ich einen Schrebergarten, der verwildert war. Viel schwarze Erde auf der Suche nach Wildkraut rann durch meine Finger. Ein Rotkehlchen begleitete mich, stürzte sich selig auf Engerlinge und Würmer.

Erdbeeren tragen jetzt grüne Früchte, Pfingstrosen öffnen ihre prallen Knospen und überall in den Blumen-Rabatten entdecke ich Kräuter, wie Zitronenmelisse, Pfefferminze und Majoran.



Kräuter
Pfefferminze und Mohn


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8. April 2011

Kirschblüte in Göttingen. Auf dem Campus der Uni Göttingen gibt es eine Allee, die aus Zierkirsch- Bäumen besteht.
Kirschblüte


Das Sakura-Lied

Sakura, Sakura,
in den Feldern und Hügeln und den Dörfern
So weit das Auge reicht.
Wie Nebel, wie Wolken.
Duftend und glänzend in der aufgehenden Sonne,
Sakura, Sakura
Die Blütezeit

Sakura, sakura,
der Frühlingshimmel
So weit das Auge reicht.
Wie Nebel, wie Wolken.
Der Duft und die Farben,
gehen wir, gehen wir
Uns am Anblick erfreuen
Anfang April wandelte ich unter diesen Bäumen, Wind wehte Blütenblätter, die meine Haare, meine Haut berührten. Durch die Sonnenstrahlen hoben sich die rosafarbenen Blütenbäusche kontrastreich vom blauen Himmel ab. Für einen Moment stand die Zeit still. - Da waren nur noch die Kirschblüten.
Die Kirschblüte heißt in Japan "Sakura". Die schönen Blüten läuten den Frühling ein und sind Sinnbild für Aufbruch und Vergänglichkeit. Sie tauchen die gesamte Insel für kurze Zeit in ein Blütenmeer, da fast die Hälfte aller Laubbäume in Japan Kirschbäume sind. 
Vergänglichkeit... ist den Japanern gerade in diesem Jahr schmerzhaft bewusst geworden.
Vielleicht hilft die Kirschblüte, den Japanern die spirituelle Kraft zu geben, um ihr Land wieder aufzubauen.



10. Februar 2011

Der Winter legt eine Atempause ein, die Temperaturen sind angestiegen und der Himmel über Göttingen ist blau.
"...der Himmel über Göttingen ist weiter als in Braunschweig...", sagt meine Tochter. - Stimmt! Die Häuser in der Altstadt von Göttingen sind niedriger als in anderen großen Städten.
Das Wetter ist schön, also gehe ich zu Fuß in die Altstadt, schaue in die Vorgärten. Die ersten Schneeglöckchen und Krokusse wenden sich der Sonne zu.
Der weite Himmel, der nahende Frühling weiten mein Herz und ich lächle vor mich hin.
Schneeglöckchen

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11. Dezember 2010

Es schneit. Nicht nur heute. Seit Mitte November besetzen Schneeflocken meinen Balkon - eine Schneeflocke nach der Anderen. Sie setzen sich auch auf meine ausgestreckte Hand, zerfließen.

Wie zart und verletzlich sie sind. Doch wenn sie sich zusammenballen, legen sie Autos und sogar Flugzeuge lahm. Eine Schneeflocke kann das nicht schaffen - nur gemeinsam mit den anderen sind sie stark.
Rehspuren
Die winterliche Landschaft löst vorweihnachtliche Stimmung aus, gibt dem Weihnachtsmarkt einen zauberhaften Rahmen, lässt Lebkuchen und Glühwein intensiver duften.


18. August 2010

Von meinem Balkon kann ich die schönsten Sonnenuntergänge sehen und so sitze ich dort gern in den Abendstunden, trinke Rotwein, sehe fern, geniesse die sich verändernden Farben des Himmels, Hellblau bis Dunkelblau, mitunter Lila. Die Sonne gleißend Weiß, Orange, Burgunderrot ...
Heute versuche ich, die Sonne im Rotweinglas zu fangen. Erst wehrt sie sich, doch der Sog wird stärker. Die Sonne taucht ins Glas, verbiegt sich dabei, bildet einen Strudel und sinkt auf den Boden des Glases.
Leider geht die Sonne im Glas unter, verschwindet, ist nicht mehr zu sehen. Der Rotwein schmeckt nach Sehnsucht.

Sonne im Rotwein

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